Der Bruchpilot – Mark Childress

Marilyn Monroe, Amelia Earheart und die verschollene Zarentochter Anastasia sind gar nicht tot oder verschollen. Sie leben mit anderen Berühmten Toten mehr oder weniger freiwillig auf einer einsamen Insel vor Südamerika vor sich hin.

Leben kommt erst in die Bude, als der völlig mit Drogen zugedröhnte Ben Willis am Strand mit seinem Privatflieger eine Bruchlandung macht und sich dabei alle Knochen bricht. Die Indios flicken ihn wieder zusammen, aber er darf die Insel nie wieder verlassen. Für Ben ein harter Schlag, denn er ist erstens ein erfolgreicher Rockstar, zweitens verheiratet mit Kind, und drittens ein elender Sturkopf. Er versucht mehrmals zu fliehen, wird aber immer wieder zurückgebracht denn der Herr der Insel, ein geheimnisvoller Magier dessen Identität man erst auf den letzten Seiten des Buches erfährt, will nämlich nicht, dass das Geheimnis der Lebenden Toten nach außen dringt. Ben bleibt gar nichts anderes übrig als sich mit seinem neuen Leben zu arrangieren und als er bei Marilyn ins Bett darf ist auch alles gar nicht mehr so schlimm. So vergehen die Jahre und in der richtigen Welt wird Bens Sohn langsam erwachsen, und beschließt seinen Vater zu suchen.

Mark Childress schlägt in seiner Geschichte immer wieder Haken, blendet zurück in Bens Leben als Rockstar, erzählt wie er seine Frau kennengelernt hat und was aus ihr nach seinem Verschwinden wird, und begleitet Bens Sohn auf der Suche nach seinem Vater. Aber am spannendsten ist trotzdem Bens Leben auf der Insel, denn die paradiesischen Zustände halten leider nur so lange an, bis der geheimnisvolle Magier beschließt dort ein Luxushotel zu bauen. Und bei dem Plan sind ihm die Indios und die lebenden Toten im Weg, denn die müssen dann weg.

Was mir aber am meisten imponiert hat ist, wie der Autor seine Figuren liebt. Mit jedem kann man sich als Leser ein bisschen identifizieren, keiner wird von ihm als bloße Randfigur behandelt, niemand ist wirklich nur gut oder böse. Und deshalb habe ich es auch sehr bedauert als ich mit dem Buch fertig war – ich hätte sie gern noch länger begleitet.

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