Kartell des Schweigens – Philip Jolowicz

Am Anfang sieht es noch nach reichen Typen unter sich aus. JJ Carlson ruft seinen besten Kumpel Fin an um ihm sein neues Auto zu zeigen.

Einen Rennwagen für fast ne Million Dollar. Die beiden machen eine Probefahrt und dann bittet JJ seinen Freund kurz auszusteigen um ihm was ganz besonderes zu zeigen. JJ nimmt mit dem Auto Anlauf und knallt ihn über eine Brücke auf die New Yorker Stadtautobahn. 16 Menschen sterben bei dem Unfall, natürlich auch JJ, der Fahrer.

Sein Freund Fin muss diesen Unfall fassungslos mit ansehen und kann ihn natürlich nicht verhindern. Das alleine reicht schon um aus der Fassung zu geraten, aber es kommt noch viel schlimmer.

Anschließende Untersuchungen beweisen nämlich, dass dieses Auto gar nicht JJ gehörte, sondern seltsamerweise Fin. Angeblich hat der seine gesamten Ersparnisse für eine Anzahlung geblecht und einen Kredit für die Restsumme aufgenommen. Davon weiß Fin allerdings nichts – die Unterlagen müssen also gefälscht sein.

Damit aber nicht genug. JJ war auch noch drogenabhängig. Für die New Yorker Polizei stellt sich der Sachverhalt also folgendermaßen dar:

Fin hat mit seinem Wagen einen Mann unter Drogen fahren lassen und damit den Tod von 16 Menschen mitverschuldet. Dafür kann Fin in den Knast kommen, von den Schadenersatzansprüchen wollen wir erst gar nicht reden. Anscheinend hat sich eh die ganze Welt gegen ihn verschworen, denn jetzt wird er auch noch nach Indien geschickt um einen unbedeutenden Deal für seine Firma durchzuziehen. Und Bombay ist so ziemlich der letzte Ort der Welt an den Fin möchte, denn dort hat sich sein Vater vor Jahren unter mysteriösen Umständen umgebracht. Und dieser Selbstmord hat wiederum etwas mit dem Schlamassel zu tun in dem unser Fin heute steckt.

Normalerweise sind die Jungs in solchen Büchern wenigstens ein bisschen selbst Schuld an dem Dreck in dem sie stecken, nicht aber Fin. Ich hatte zeitweise ne ganz schöne Wut im Bauch als ich mitverfolgen musste was dem armen Kerl da alles angedichtet wird und wie man ihn so behandelt.
Der Autor war selbst Anwalt, hat sich aber entschlossen lieber Bücher zu schreiben. Wenn es um Wirtschaftrecht und große internationale Deals geht kann man sogar noch richtig was lernen. Schreiber wie John Grisham müssen sich also in Zukunft warm anziehen.


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