Lagerfeuergespräche

Die Mitbewohnerin liest seltsame Sachen. „Seelengevögelt“ oder so.

Solche Bücher machen mir Angst. Bestimmt stehen da für manche Leute sinnvolle Dinge drin, und sie würde es ja nicht lesen, wenn es ihr nicht gefallen würde, aber ich weiß nicht so richtig. Ich ziehe ja Lagerfeuergespräche vor. Man hat Zeit, man muss nirgends mehr hin (wohin auch, wenn man Meilen gegen den Wind nach Rauch stinkt), und man hat Zuhörer, die auch nirgends mehr hin müssen. Und wenn eine Gesprächspause aufkommt, kann man immer noch das Feuer beobachten. Irgendwann ist es abgebrannt, ich friere oder bin nicht mehr ganz so nüchtern, dann sind die Probleme erst mal gelöst, und morgen sehen wir weiter.

Nach einer kalten Nacht im Auto hab ich dann erst mal ganz andere Sachen um die ich mich kümmern muss. Ein steifer Nacken, stinkende Klamotten und Sehnsucht nach ner heißen Dusche. Bekomme ich das dann endlich bin ich wieder ein zufriedener Mensch. Und wo waren jetzt die Probleme der Nacht? Ach ja, abgebrannt.

Ich gebe zu: Das ist nicht für jeden eine Lösung, mir hilft es aber besser, als meine Seele vögeln zu lassen von wem auch immer.


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4 Kommentare zu “Lagerfeuergespräche

  1. Bravo, Stefanie – ich könnte jeden Satz von dir unterstreichen!
    Wann treffen wir ubs am Lagerfeuer :-) ?

  2. Lagerfeuergespräche….mmmhhh… habe ich lange Zeit nicht mehr ausprobiert. Frau Tücking Sie haben da etwas vergessen…….zum Ausgleich für „Seelenge…“ und „ich heirate mich selbst“ gibt es auch Freunde OHNE Lagerfeuer und es gibt gottseiesgedankt meinen Donald Duck & Landliebe, Landlust, Querfeldein, Liebesland, Country&More, Lenadesign, Shabbychic, mein schönes Land, Berge & Meer, Herzstück……….600 verschiedene Garten-/Kochbücher…….und gewaltiges Sitzfleisch und das obwohl ich doch wirklich gar nicht gerne lese……………..noch Fragen Frau Tü???? O:-p

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