Traurige Geschichten Mix

Wenn sich Musiker schon die Mühe machen und Geschichten erzählen, dann sind sie es meist wert dass man zuhört. Glückliche Geschichten haben ziemlich oft eine fröhliche Melodie, es will ja keiner die große Liebe bei einem Trauermarsch feiern. Bei traurigen Geschichten bekommen wir folgerichtig die Balladen serviert (es gibt Ausnahmen). Und in traurige Balladen kann ich mich so richtig reinfallen lassen – wie in eine Badewanne voller Musik. Traurige Songs können mich tatsächlich zum Weinen bringen. Vielleicht liegt es daran, das sich Musiker bei den Balladen mehr in’s Zeug legen, man kann die ja nicht zurotzen mit Wall of Sound und 100 Mann Orchester.


Deshalb hier also die traurigen Geschichten:

„Romeo and Juliet“ – Dire Straits
Dazu muss man ja  nicht viel sagen. Es ist die alte Geschichte, aber ins 20ste Jahrhundert transportiert. Mark Knopfler hat sich so eine brillante Gitarrenmelodie einfallen lassen und erzählt uns die tragische Lovestory fast mit seiner Sprechstimme. Immer noch eins der unbekannteren Kleinode von den Dire Straits

„Last Request“ – Paolo Nutini
Bei ihm hat man nicht das Gefühl, dass da ein Teenie singt. Seine Stimme und auch seine ganze Gesangsart hören sich viel erwachsener an als er ist (war). Und dann hat dieser junge Mann einen letzten Wunsch….

„Crazy Mary“ – Pearl Jam
Eddie Vedder ist einer meiner großen Lieblinge, seine Stimme ist für mich einzigartig und wunderschön, besonders wenn er tief singt. „Crazy Mary“, die Geschichte von einer verrückten, alkoholsüchtigen Obdachlosen hat die Singer/Songwriterin Victoria Williams geschrieben. Für sie haben viele berühmte Kollegen wie Pearl Jam ein Tribute Album gemacht und ihre Songs interpretiert.

„Me and a gun“ – Tori Amos
Eine Frau wird vergewaltigt und bringt anschließend ihren Vergewaltiger um. Das ist heftig, und angeblich sogar eine wahre Geschichte aus ihrem Leben. So einen Song kann nicht jede Musikerin schreiben, und den meisten würde man ihn auch nicht abnehmen. Bei Tori Amos ist er ein Statement.

„Hurt“ – Christina Aguilera
Ein Song über verpasste Gelegenheiten – nach dem Motto: Hätte ich doch nur mit dir gesprochen solange noch Zeit dazu war. In dem Video zu dem Song geht es um eine Vater-Tochter Beziehung. Man kann auch aus traurigen Popsongs lernen….Macht nicht den Selben Fehler!

„I’m about to come alive“ – Train
Er hört sie weinen, kann aber nichts dagegen tun, ist wie gelähmt – und er weiß: Sie weint wegen ihm. Und obwohl ihm klar ist, dass er nichts taugt, bittet er sie weiter an ihn zu glauben, denn irgendwann wird auch aus ihm mal was. Boah – und so ein Text von einer Happy Band wie Train.

„Vincent“ – Don Mclean
Mit Vincent ist Vincent Van Gogh gemeint. Der Maler, der sich im Wahn ein Ohr abgeschnitten und später auch umgebracht hat. Geschrieben ist der Text aus der Sicht seines Bruders, der im Wesentlichen sagt: die Welt hat nicht erkannt was für ein wundervoller Mensch du bist, und sie hat dich nicht verdient. Unter allen traurigen Songs für mich der, der mich wirklich zum Weinen gebracht hat.

„You’ll think of me“ – Keith Urban
Ganz klar: Sie hat ihn verlassen, er will sich aber trotzdem nicht unterkriegen lassen und sagt: Nimm deinen ganzen Kram, und deine Freiheit mit, aber du wirst noch an mich denken. Ich sehe ihn quasi vor mir sitzen und leiden.

„Desperado“ – The Eagles
Der einsame Mann, der seine Zäune abreitet und niemanden an sich ran lässt. Eines von vielen Meisterstücke der Eagles, mit diesen wunderschönen Chorsätzen und der ganzen Traurigkeit dieses anscheinend vom Leben enttäuschten Menschen.

„Goodnight Moon“ – Shivaree
Ein Song über die Ängste die man hat, wenn man nachts alleine ist.
Von den Alpträumen, von den Monstern unterm Bett, von der Krähe am Fenster.
Und nichts hilft gegen diese Ängste, noch nicht mal, wenn man mit einer Knarre und Messern ins Bett geht. Und dazu eine eigentlich liebliche Melodie. Sehr bizarr und zurecht auch von Quentin Tarrantino in den Abspann von Kill Bill 2 gepackt worden.

„3 AM“ – Matchbox 20
Sänger Rob Thomas Mutter hatte Krebs als er klein war, sie konnte manchmal den Tag nicht von der Nacht unterscheiden und war in der Zeit ziemlich wirr. Und Rob hat aus dieser traurigen Zeit einen der größten Hits für seine Band gemacht.

„From now on“ – Supertramp
Es ist mal wieder Montag und die Tretmühle läuft an. Aber träumen darf man ja wohl. Von einem Casinogewinn, Verfolgungsjagden und ähnlichem James-Bond-Artigen Zeug.  Und das ist alles was ihm bleibt, die Fantasie. Denn die Realität wird sich nicht ändern. Alles drin. Saxophon, Klavier, Chöre und dieser Endlos Refrain am Ende.

„Last Kiss“ – Pearl Jam
Er klaut seinem Vater die Autoschlüssel, nimmt die Freundin mit, baut einen Unfall, sie stirbt. Das ist harter Stoff mit so einer fröhlichen, typisch für die 60er Melodie. Da wurde der Song auch geschrieben, Pearl Jam haben ihn für ein Tribute Album gecovert. Und „Last Kiss“ ist der große Beweis, dass man manchmal gar nicht wissen will, worum es geht, und dass der „Letzte Kuss“ wirklich einer ist.

„A Gentlemens ecxuse me“ – Fish
Ein Mann, der seiner Frau dabei zuschaut, wie sie langsam verrückt wird, und nichts dagegen tun kann. Sie bildet sich ein – eine russische Prinzessin zu sein, die von einem Zigeuner gerettet wird und versinkt langsam in ihren Wahn. Und er muss gehen, muss ei loslassen. Da kommen mir beim Schreiben schon die Tränen, und Fish singt das so wunderbar, dass man glauben kann, er hat so etwas tatsächlich erlebt.

„E -Bow the letter“ – REM
Angeblich hat Michael Stipe den Song geschrieben, um seinen Freund River Phoenix von den Drogen weg zu bekommen, hat ihn aber, wie einen Brief,  bis zu dessen Tod nie abgeschickt. Tragisch. Aber trotzdem schön, auch weil Patti Smith mitsingt

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3 Kommentare zu “Traurige Geschichten Mix

  1. Hier ist mein Beitrag zu Deinem „Traurige Geschichten Mix“:

    http://www.vevo.com/watch/dixie-chicks/Not-Ready-To-Make-Nice/USSM20600180

    Die Zeit heilt alle Wunden??? Ach Quatsch, es gibt Wunden, die heilen NIE!
    Die Zeit lehrt einen lediglich, besser mit den Wunden – treffender: mit den zurückbleibenden Narben – leben zu können.
    Das Narbengewebe wird dicker und dicker, und manchmal schafft man es, sie so unter Verschluss zu halten, dass sie fast nicht mehr schmerzen. Aber man sollte nie vergessen: Wunden können wieder aufbrechen! Jäh und unvermittelt! Und dann muss man gewappnet sein, um den erneut aufgebrochenen Schmerz wieder erfolgreich bekämpfen zu können … und wieder … und wieder … und wieder …
    Oft ist die Ursache für das Aufbrechen der Wunden eine ganz andere als die ursprüngliche. Was aber gleich bleibt, ist die Angst vor dem Schmerz, die Angst vor dem GEFÜHL, das über einen bei solchen Schmerzen hereinbricht.

    Ein Trost: Glück ist dennoch wieder möglich!

    Der Song nimmt mich immer wieder völlig mit und berührt mich!
    Mir fallen mehrere Interpretationen dazu ein. Wenn man das Original-Video dazu sieht (siehe Link), dann ist aber für mich persönlich eigentlich nur EINE Interpretation möglich …

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